Pt 1 – Von der Geburt zum Anfang

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„Vier Jahre, sagte Mama vor kurzem, ist es her, da wurde ich geboren. An sehr viel erinnere ich mich nicht mehr. Es war lange dunkel. Wärme war da und ein köstlicher Geruch. Das war Milch, weiß ich heute. Voller Inbrunst habe ich schon damals kräftig getretelt,
denn ich wusste, dann bekomme ich diese Milch.
Milch – hmmm!“

Loki schloss die Augen und schwelgte in dem Gedanken an die Milch. Es war ihm für mehrere Minuten nicht möglich, seine vorherigen Überlegungen weiter zu verfolgen.

„Und das ist seit damals meine größte Leidenschaft: Futter! Ich mag feuchtes Futter mit Fisch, ich mag feuchtes Futter mit Huhn, ich mag feuchtes Futter mit Rind. Zu manchen Jahreszeiten gibt es auch feuchtes Futter mit Reh. Dann ist da manchmal Kartoffel und Möhre oder sogar Preiselbeere drin. Dann gibt es morgens immer trockenes Knabberfutter, das man sich lästigerweise erarbeiten muss. Da mag ich …“

Loki rollte seine Pfoten unter dem Bauch zusammen und schaute konzentriert aus dem Fenster, während er alle Sorten die er mochte im Kopf durchging. Langsam schob sich seine kleine rosa Zunge aus dem Mäulchen und leckte genüsslich über die Nase. Erneut war er für mehrere Minuten gedankenversunken. Bis ihm endlich einfiel worum es ursprünglich ging.

„An einem regnerischen Tag war es soweit. Ein damals Fremder kam und packte mich in eine Box in der es unbekannt roch. Das beunruhigte mich sehr. Aus voller Kehle habe ich miaut. Aber das wollte der Fremde wohl nicht verstehen. Erbarmungslos und ignorant packte er mich in eine unglaublich laute Maschine, die sich sehr schnell vorwärts bewegte. Als es dann endlich ruhiger wurde und er mich zu einem Raum brachte, den ich vorher noch nie gerochen oder gesehen hatte, sollte mein Leben richtig beginnen.
Und hier kommt der nächste wichtige Punkt in meinem Leben. Das erste was ich nach der holprigen Zeit in der Box gesehen habe, war das strahlende Gesicht meiner Mama. Weil sie so freundlich aussah, bin ich als erstes zu ihr gelaufen. Hmmm, gut gerochen hat sie und klang ganz sanft. Die streichelnden Hände auf meinem Fell haben mich sehr beruhigt und so wollte ich die Umgebung erkunden. Erstmal alles beschnüffeln, dachte ich und machte mich direkt auf den Weg. Weit bin ich nicht gekommen, denn da stand ein aufregendes Ding vor mir. Es schlängelte sich über den Boden und innen rollte eine blinkende Kugel. Spannend! Wie geht das? Was ist das? Kann ich es haben? Ich schubste es hin und her, aber es entkam mir immer wieder. Egal wie schnell ich war. Mama und Papa haben sich königlich amüsiert. Ich weiß nicht warum, aber gut für sie!
Im Anschluss dieses ereignisreichen Tages war ich sehr müde und stellte etwas hervorragendes fest. Ein riesiges kuscheliges Schlafplätzchen erwartete mich. Viel größer, als alles was ich bis dahin gesehen hatte. Mama nannte es Bett, mit Decken und Kissen. Ein ganzes Kissen für mich, ganz nah am pelzigen Kopf meiner Mama. Und in eben diesem Pelz ließ es sich ebenfalls hervorragend treteln, wie ich erfreut feststellte. Also tretelte ich mich wonnig in den Schlaf. Das einzige was merkwürdig war: Es kam, trotz meiner Bemühungen, keine Milch. Oh! Entschuldigt mich.“

Loki sprang alarmiert auf und begann zu maunzen. Aufgeregt rannte er um die Beine seiner Mama und nahm den Beobachtungsposten an der Tür ein. Bereits in einer Stunde sollte es Abendbrot geben! In Gedanken begann er alle Sorten durchzugehen, die es heute geben könnte.

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