PT 4 – Wenn Menschen schlafen

Schläfchen„Erst letzte Nacht ist mir wieder aufgefallen, wie unglaublich viel und lange Mama und der Dosenöffner schlafen. Und wehe man stört sie im Schlaf. Die können echt sauer werden. Ich finde das lustig. Und ich meine, wenn ich nun mal schmusen will, sollten sich meine Menschen fügen! Ich habe lange darüber nachgedacht, warum sie so lange schlafen. Aber es ist ganz klar. Wer den ganzen Tag nur herumläuft und kein Auge zu macht, ist selber Schuld. Würden sie, wie ich, die Schläfchen wohlüberlegt über den Tag verteilen, müssten sie nachts nicht so viel schlafen.“

Es war schon eine ganze Weile dunkel. Das Abendbrot seit geraumer Zeit vorbei. Minni tobte durch die Wohnung und raunzte laut dabei. Loki schaute ihr interessiert zu, hatte aber keine Lust mitzumachen. Dann sah er wie seine Mama aufstand und leise schnaubte. Er wusste was das bedeutete. Sie würde jetzt ins Bett gehen. Erfreut stand er auf, reckte sich und folgte ihr mit erhobenem Schwanz die Treppen hinauf. Jetzt war Schmusezeit!

„Der Dosenöffner versucht häufig mir meinen Schmuseplatz streitig zu machen. Aber ich quetsche mich einfach dazwischen. Es ist nun mal absolut notwendig, so nah wie möglich an Mamas Gesicht zu liegen. So beruhigend, wenn ich ihren Atem auf meinem Pelz fühle. Dann schiebe ich meine Pfote gerne an ihren Hals oder direkt ins Gesicht. Mama mag das nicht. Das ist mir aber egal, weil es sich gut anfühlt. Wenn ich dann meinen Schnurrmotor anwerfe, entspannt sie sich auch und krault mich hinter den Ohren und bestenfalls noch am Bauch. Irgendwann schläft sie mit mir ein. Einige Stunden liegt sie ruhig, dreht sich ab und an um. Wenn ich dann munter werde, macht sich mein Bauch bemerkbar. Ich finde, es könnte viel eher Frühstück geben. Warum immer warten bis es hell ist? Meines Erachtens nach, ist das Katzenquälerei! Also fange ich beizeiten an zu Miauen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.“

Loki setzte sein Vorhaben in die Tat um. Unruhig umkreiste er das Bett und miaute lautstark. Lief raunzend die Treppe hinab und wieder hinauf. Er musste immer daran denken, dass er diese Probleme nicht hätte, würden die Menschen nachts nicht so lange schlafen. Er hatte sich bereits die Zeit mit Spielen vertrieben, aber seine Menschen schliefen immer noch. Ungeduldig leckte er sich die Pfoten und schaute immer wieder zu seiner Mama. Minni hatte sich mittlerweile zu ihm gesellt und begann ebenfalls ihre kleinen Maunzer auszustoßen.

„Wenn Mama von meinem Miauen wach wird, ist sie wirklich beängstigend. Manchmal knurrt sie so laut und tief, dass selbst ich weiß, es ist besser sich schleunigst aus dem Staub zu machen. Warum ich dennoch jeden Morgen den selben Versuch starte? Wie bereits erwähnt, muss zu den Missständen klar Stellung bezogen werden. Außerdem knurrt mein Bauch noch viel lauter als Mama. Irgendwann erbarmt sie sich, steht auf und macht Frühstück. Manchmal, so vermute ich, schmeißt sie dafür sogar extra den Dosenöffner aus dem Bett. Den kann man auch einfacher um die Pfote wickeln, drängeln und laut miauen… dann wird das schon.“

Loki senkte seinen Kopf und blickte schelmisch zu seinen Menschen auf. Das Geräusch, das immer ertönte wenn die Menschen aufwachen müssen, ertönte lautstark von der Kommode des Dosenöffners. Zeichen für ihn, dass es gleich Frühstück geben würde. Erfreut sprang er ins Bett, tapste über sie drüber und schnoberte im Gesicht seines Menschen. Minni lief aufgeregt vor dem Bett auf und ab, raunzte und beschloss schon einmal zur Küche zu gehen. Endlich war es soweit!

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