Erste Hilfe am Tier – Grundlagen

Was ist zu tun, wenn sich das eigene Haustier verletzt oder man auf der Straße ein verwundetes Tier sieht? Zum einen gibt es die Notfallnummern, die ich bereits HIER in meinem Artikel erörtert habe und zum anderen besteht die Möglichkeit, Erste Hilfe zu leisten. Aber wie und was kann man tun?

 

Wann ist Erste Hilfe am Tier sinnvoll?

Selbstverständlich ist Erste Hilfe immer sinnvoll, egal ob es sich um einen Notfall oder eine kleine Verletzung handelt. Allerdings sollten Sie vorab schnell entscheiden, ob Sie selbst Hand anlegen können oder ob Sie lediglich sicherstellen, dass das Tier auf professionelle Hilfe wartet. In jedem Fall verständigen Sie als Erstes den Tiernotarzt oder Ihren Haustierarzt.

Egal ob Sie ein verletztes Tier auf der Straße finden oder es sich um Ihr eigenes Haustier handelt. Erste Hilfe beginnt bereits, wenn Sie kein Tier in Not ignorieren und Ihr Telefon in die Hand nehmen, um fachkompetente Hilfe zu kontaktieren. Bei einem Wildtier sollten Sie grundsätzlich nicht selbst tätig werden, sondern die Polizei oder eine bekannte zuständige Stelle anrufen, die weiß, wie in solchen Fällen zu verfahren ist.

Verfügen Sie über ein First Aid Kit, können Sie bei einem Haustier kleinere Verletzungen wie Schnittwunden oder Insektenstiche sofort selbst behandeln und anschließend zum Arzt fahren. Für ein fremdes Tier entstehen keine Kosten für Sie, wenn Sie es beim Tierarzt abliefern.

Bei folgenden Symptomen sollten sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen und der Notdienst kontaktiert werden:

 

  • Atemnot, Zittern, Hecheln
  • Blutungen
  • starke Prellungen, Schnittwunden
  • Knochenbrüche
  • Schockzustand, Unbeweglichkeit
  • Apathie, Lähmung
  • Bewusstlosigkeit
  • Unter- oder Übertemperatur (weniger als 37,5 °C oder mehr als 39,5 °C)
  • Krämpfe, aufgeblähter Bauch
  • Erbrechen und Durchfall

 

Sind Sie Laie, ist es nicht sinnvoll, Erste Hilfe am Tier zu leisten, wenn keine offensichtlichen äußeren Wunden zu erkennen sind. Innere Verletzungen könnten bei Bewegung oder Berührung nicht nur mehr Schmerzen auslösen, sondern auch verschlimmert werden. Ausnahmen sind Brüche, wobei Sie die betroffenen Extremitäten stabilisieren können und dafür sorgen, dass sich das Tier nicht bewegt. Wie genau das geht, können Sie sich von Ihrem Haustierarzt zeigen lassen.

 

Wie kann ich erste Hilfe am Tier leisten?

Zunächst einmal: bewahren Sie Ruhe! Jegliche Hektik und Panik wird sich auf das Tier übertragen und ist absolut kontraproduktiv. Bewegen Sie sich langsam und vorsichtig. Sprechen Sie mit leiser, sanfter Stimme und vermeiden Sie direkten Augenkontakt, der vielen Tieren entweder eine Kampf- oder Fluchtaufforderung signalisiert. Sofern möglich, geben Sie dem Tier die Chance an Ihnen zu riechen, um ihm mehr Sicherheit zu geben. Achten Sie dabei aber bitte immer auf Ihre eigene Sicherheit, denn verletzte Tiere sind bereits in Panik und könnten beißen, kratzen, treten oder sich anderweitig versuchen zu wehren! Aus diesem Grund ist es, vor allem bei wilden oder fremden Tieren, wichtig, zuerst einen kompetenten Ansprechpartner zu kontaktieren. Bei mutmaßlichen Vergiftungen stellen Sie bestenfalls fest, wieviel von was das Tier zu sich genommen hat und teilen dies der Kontaktperson mit!

Konkrete Erste Hilfe sollten Sie nur bei Ihrem eigenen Tier leisten, das Sie einschätzen können und das Sie kennt.

 

Erste Hilfe am Haustier – Kurse und Seminare

Wie genau Sie Erste Hilfe an Ihrem Tier durchführen können, vermitteln Ihnen verschiedene Kurse und Seminare. In der Regel bieten unterschiedliche Institutionen solche Lehrgänge an. Informieren Sie sich in Ihrer Stadt bei:

 

  • Tierärzten oder -kliniken
  • örtlichen Tierschutzvereinen oder Tierheimen
  • Hunde- oder Katzenvereinen
  • Hilfsorganisationen wie ASB, Johanniter oder Malteser

 

Die Preise für einen solchen Kurs variieren nach Stadt und Anbieter, bewegen sich allerdings in der Regel zwischen 20 und 50 Euro/Teilnehmer. Informieren Sie sich vorab bei möglichen Anbietern.

 

*Beitragsbild: Stefan Bayer  / pixelio.de

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