Erste Hilfe am Tier – Grundlagen

Was ist zu tun, wenn sich das eigene Haustier verletzt oder man auf der Straße ein verwundetes Tier sieht? Zum einen gibt es die Notfallnummern, die ich bereits HIER in meinem Artikel erörtert habe und zum anderen besteht die Möglichkeit, Erste Hilfe zu leisten. Aber wie und was kann man tun?

 

Wann ist Erste Hilfe am Tier sinnvoll?

Selbstverständlich ist Erste Hilfe immer sinnvoll, egal ob es sich um einen Notfall oder eine kleine Verletzung handelt. Allerdings sollten Sie vorab schnell entscheiden, ob Sie selbst Hand anlegen können oder ob Sie lediglich sicherstellen, dass das Tier auf professionelle Hilfe wartet. In jedem Fall verständigen Sie als Erstes den Tiernotarzt oder Ihren Haustierarzt.

Egal ob Sie ein verletztes Tier auf der Straße finden oder es sich um Ihr eigenes Haustier handelt. Erste Hilfe beginnt bereits, wenn Sie kein Tier in Not ignorieren und Ihr Telefon in die Hand nehmen, um fachkompetente Hilfe zu kontaktieren. Bei einem Wildtier sollten Sie grundsätzlich nicht selbst tätig werden, sondern die Polizei oder eine bekannte zuständige Stelle anrufen, die weiß, wie in solchen Fällen zu verfahren ist.

Verfügen Sie über ein First Aid Kit, können Sie bei einem Haustier kleinere Verletzungen wie Schnittwunden oder Insektenstiche sofort selbst behandeln und anschließend zum Arzt fahren. Für ein fremdes Tier entstehen keine Kosten für Sie, wenn Sie es beim Tierarzt abliefern.

Bei folgenden Symptomen sollten sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen und der Notdienst kontaktiert werden:

 

  • Atemnot, Zittern, Hecheln
  • Blutungen
  • starke Prellungen, Schnittwunden
  • Knochenbrüche
  • Schockzustand, Unbeweglichkeit
  • Apathie, Lähmung
  • Bewusstlosigkeit
  • Unter- oder Übertemperatur (weniger als 37,5 °C oder mehr als 39,5 °C)
  • Krämpfe, aufgeblähter Bauch
  • Erbrechen und Durchfall

 

Sind Sie Laie, ist es nicht sinnvoll, Erste Hilfe am Tier zu leisten, wenn keine offensichtlichen äußeren Wunden zu erkennen sind. Innere Verletzungen könnten bei Bewegung oder Berührung nicht nur mehr Schmerzen auslösen, sondern auch verschlimmert werden. Ausnahmen sind Brüche, wobei Sie die betroffenen Extremitäten stabilisieren können und dafür sorgen, dass sich das Tier nicht bewegt. Wie genau das geht, können Sie sich von Ihrem Haustierarzt zeigen lassen.

 

Wie kann ich erste Hilfe am Tier leisten?

Zunächst einmal: bewahren Sie Ruhe! Jegliche Hektik und Panik wird sich auf das Tier übertragen und ist absolut kontraproduktiv. Bewegen Sie sich langsam und vorsichtig. Sprechen Sie mit leiser, sanfter Stimme und vermeiden Sie direkten Augenkontakt, der vielen Tieren entweder eine Kampf- oder Fluchtaufforderung signalisiert. Sofern möglich, geben Sie dem Tier die Chance an Ihnen zu riechen, um ihm mehr Sicherheit zu geben. Achten Sie dabei aber bitte immer auf Ihre eigene Sicherheit, denn verletzte Tiere sind bereits in Panik und könnten beißen, kratzen, treten oder sich anderweitig versuchen zu wehren! Aus diesem Grund ist es, vor allem bei wilden oder fremden Tieren, wichtig, zuerst einen kompetenten Ansprechpartner zu kontaktieren. Bei mutmaßlichen Vergiftungen stellen Sie bestenfalls fest, wieviel von was das Tier zu sich genommen hat und teilen dies der Kontaktperson mit!

Konkrete Erste Hilfe sollten Sie nur bei Ihrem eigenen Tier leisten, das Sie einschätzen können und das Sie kennt.

 

Erste Hilfe am Haustier – Kurse und Seminare

Wie genau Sie Erste Hilfe an Ihrem Tier durchführen können, vermitteln Ihnen verschiedene Kurse und Seminare. In der Regel bieten unterschiedliche Institutionen solche Lehrgänge an. Informieren Sie sich in Ihrer Stadt bei:

 

  • Tierärzten oder -kliniken
  • örtlichen Tierschutzvereinen oder Tierheimen
  • Hunde- oder Katzenvereinen
  • Hilfsorganisationen wie ASB, Johanniter oder Malteser

 

Die Preise für einen solchen Kurs variieren nach Stadt und Anbieter, bewegen sich allerdings in der Regel zwischen 20 und 50 Euro/Teilnehmer. Informieren Sie sich vorab bei möglichen Anbietern.

 

*Beitragsbild: Stefan Bayer  / pixelio.de

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Kurzgeschichte: Die letzte Zuflucht

Ich möchte eine Kurzgeschichte vorstellen, die fast in Vergessenheit geraten war. Nicht, weil ich „keinen Bock mehr drauf“ gehabt hätte oder Ähnliches, sonder weil mir tatsächlich das Schreiben schwer gefallen ist. Ich bin ein sehr visueller Mensch. Alles was ich schreibe, stelle ich mir auch bildlich vor (sofern möglich).

Angespornt, von der Ausschreibung eines Schreibwettbewerbs zum Thema „Vegan“, habe ich die Geschichte wieder ausgegraben und mühsam vollendet.

Die Kurzgeschichte thematisiert Massentierhaltung und Tiere im Zirkus. Ich habe versucht, den Blickwinkel der Tiere darzustellen respektive möchte ich mit der Geschichte etwas aufrütteln und die Sichtweise erweitern. Ich will niemanden „belabern“ sich vegan oder vegetarisch zu ernähren, aber jeder sollte sich, meiner Meinung nach, Gedanken darüber machen, etwas bewusster zu essen.

Bevor ihr anfangt zu lesen, hier noch der Hinweis: Wer sensibel zu dieser Thematik steht, wird gleich etwas Schockierendes lesen und eventuell treibt es auch die ein oder andere Träne ins Auge. Meine Kurzgeschichte basiert nicht auf furchtbarer Fantasie, sondern auf tatsächlichen Videos, Berichten und Fotos die ich gesehen habe!

 

 

 

Die letzte Zuflucht

Eine Hühnerfarm

Kuruk öffnete müde die verkrusteten Augen. Ihre Füße und Flügel schmerzten. Sie versuchte, sich nicht zu bewegen. Der Geruch von entzündetem Fleisch, Blut und Fäkalien brannte in ihren Nasenlöchern. Daran gewöhnte sie sich niemals. Kuruk vergrub den Schnabel so gut es ging unter ihrer nackten Achsel.

Trotz der überwältigenden Müdigkeit, hielt sie etwas wach. Sie hob langsam den Kopf und versuchte, in der Dunkelheit der Stallung etwas zu erkennen. Es gelang ihr nicht. Die winzigen Fenster, ganz oben an der Hallendecke, ließen so gut wie kein Licht herein. Selbst wenn, ihre Augen waren so entzündet, dass sie auch bei Tag kaum etwas sehen konnte.

Durch die Bewegung wurden ihre unmittelbaren Nachbarn etwas unruhig. Es gab keinen Platz. Körper an Körper lagen die Hennen beieinander.

Kuruk blinzelte. Sie spürte etwas. Eine Energie lag in der Luft, wie sie es noch nie zuvor gespürt hatte.

 

Ein Mastbetrieb

Gequält schrie Eow auf und stürzte auf den harten Steinboden. Ihre Knie waren aufgeschlagen, doch der Schmerz im Unterleib nahm ihr fast die Sinne. Der Peiniger hatte mit Kraft gegen ihren Bauch getreten. Sie war nicht schnell genug auf die Holzplanken gegangen. Sie führten in einen finsteren Raum, der ihr unheimlich erschien.

Nun hatte sie Angst um ihr Baby. Sie spürte die Bewegung in ihrem Leib. Sie fürchtete, es müsste sterben. Vor Angst schrie sie erneut und bemühte sich, wieder auf die Beine zu kommen.

Ein erneuter Schlag mit der Eisenstange traf sie hart auf die Beckenknochen. Es knackte. Verzweifelt sprang sie ein Stück vor und war nun auf den Holzplanken, die in das dunkle Ungewisse führten. Sie nahm all ihre Kraft zusammen und ging vorwärts.

Hinter sich hörte sie weitere Schreie ihrer Leidensgenossen, die ebenfalls von den Peinigern getreten und geschlagen wurden.

Eow hielt inne. Es ging nicht weiter. Vor ihr standen weitere Herdenmitglieder und traten unruhig auf dem glitschigen Boden hin und her.

Hinter ihr wurden die Holzplanken mit einem heftigen Knall weggezogen und ein lautes Geräusch versetzte den Raum in völlige Finsternis.

Eow stöhnte erschöpft. Die Schmerzen an ihrem Körper waren unerträglich. Sie sorgte sich um ihr Baby. Sie spürte keine Bewegung mehr.

Mit einem heftigen Ruck setzte sich der Raum auf einmal in Bewegung. Panik breitete sich aus. Niemand wusste was geschah und die Unruhe wollte sie zur Bewegung animieren. Doch es gab keinen freien Fleck mehr. Nirgends konnten die nervösen Hufe ausweichen und die Kühe begannen sich gegenseitig zu treten.

Plötzlich roch Eow etwas. Es hatte eine merkwürdig beruhigende Wirkung auf sie. Ihr Kopf zuckte unwillkürlich in die Höhe und sie versuchte, etwas zu riechen. Es roch … sie konnte es nicht einordnen. Es roch köstlich.

 

Ein Zirkus

Langsam und regelmäßig bewegte Ruhr ihren Kopf – links, rechts, links, rechts – immer und immer wieder. Die Wunde über ihrem Ohr schmerzte und pochte. Das Blut trocknete langsam.

Der Hieb mit der Hakenstange war sehr tief gegangen, der Heilungsprozess würde diesmal länger dauern.

Die aufgeriebene dicke Haut unter den Beinfesseln merkte sie kaum noch, es war alles taub geworden.

Sie wollte so gern schlafen, doch jedes Mal, wenn sie ihre Augen schloss, sah sie den wütenden Peiniger mit der Hakenstange, wie er immer und immer wieder ausholte und auf sie einschlug. Warum er so wütend war, wusste Ruhr nicht. Sie versuchte, immer alles zu machen, was von ihr verlangt wurde. Dennoch schlug er zu. Diesmal auf ihr Ohr. Sie hatte auf die Knie gehen sollen. Doch ihre Beine taten so weh, dass sie nicht hinunterkam. Ihr ganzer ausgemergelter Körper hatte vor Schmerz geschrien, als sie es versuchte. Der Peiniger hatte immer weiter hinter ihr Ohr geschlagen, um ihr zu verstehen zu geben, was sie tun sollte. Er wollte nicht begreifen, dass sie nicht mehr konnte.

Für heute war es vorbei, was würde aber morgen geschehen?

Sie hielt inne. Was war das? Was spürte sie da? Sie bewegte sich wieder – links, rechts, links, rechts – sicher spielte ihr der Verstand nur einen Streich.

Sie hielt erneut inne. Nein. Kein Streich. Was war das für ein merkwürdiges Gefühl?

 

Eine wunderbare Welt

Kuruk, Eow und Ruhr öffneten die Augen. Verwirrt blinzelten sie in die strahlende Sonne. Der Himmel war unendlich hellblau. Vereinzelt zogen kleine, weiße Wolken vorbei. Sie hörten Vögel zwitschern und Insekten summen. Alles wirkte so friedlich und ruhig.

Die Wärme der Sonne fühlte sich herrlich auf dem dichten Gefieder von Kuruk, dem glänzenden Fell von Eow und der dicken Haut von Ruhr an.

Kuruk breitete ihre Flügel aus und schüttelte sich. Kein Schmerz, der sie durchzuckte. Ungläubig schaute sie auf ihren Körper, hob ein Bein und scharrte sich am Schnabel. Ein lauer Wind zog auf und Kuruk atmete tief ein. Kein beißender Gestank, sondern ein süßer Duft lag in der Luft und schmeichelte sich in ihre Nasenlöcher.

Eow setzte vorsichtig einen Huf vor den anderen. Der Boden war weich. Was war geschehen? Sie fühlte sich federleicht und … hungrig? Sie hatte schon lange keinen richtigen Appetit mehr gehabt. Aber der Geruch, der ihr in die Nüstern stieg, war zu verführerisch. Neugierig senkte sie ihren Kopf. Auf dem weichen Boden roch sie Gras. Saftiges, köstliches Gras. Eine Wiese. Eow hatte davon gehört. Vorsichtig biss sie ein Büschel ab und begann genüsslich zu kauen.

Ruhrs Rüssel schwenkte hin und her und nahm begierig die frischen Düfte auf, die sie glaubte schon lange vergessen zu haben. Sie witterte Wasser und schaute in die Ferne. Sie sah einen glitzernden, breiten Bach, der sich mitten durch die blumenbunte Wiese schlängelte. Bemüht streckte sie ihren Rüssel, ob sie ihn vielleicht erreichen konnte. Noch wagte sie nicht, sich zu bewegen.

Die Drei waren irritiert. Keiner von ihnen wusste, wie sie hierhergekommen waren. Doch noch nie in ihrem Leben, hatte sich etwas so richtig und so gut angefühlt.

Vorsichtig und behutsam begannen sie, die Umgebung zu erforschen. Sie tasteten, rochen und schauten sich um. Sie reckten die Köpfe und sogen begierig die herrlichen Eindrücke auf.

Eow spürte eine Bewegung in ihrem Bauch. Ihr Baby war am Leben. Beglückt wagte sie einige Hüpfer über die Wiese und konnte kaum fassen, wie beschwingt sie sich fühlte.

Kuruk beobachtete Eow, flatterte fröhlich mit den Flügeln und reckte sich himmelwärts. Sie war vollkommen gesund. Was für eine wunderbare Welt das war! Munter begann sie auf dem Boden zu picken und erhaschte den ersten Wurm ihres Lebens.

Ermutigt von den anderen, wagte nun auch Ruhr sich zu bewegen. Sie tastete ihre Fußfesseln und ihre Ohren. Nichts. Keine Verletzungen. Sie fühlte sich stark und voller Leben. Aufgeregt trompetete sie und setzte sich in Bewegung. Sie wollte zu dem Bach und das duftende Wasser kosten.

Kuruk und Eow schlossen sich ihr an.

An dem Bach angekommen, bewunderten die Drei seine gurgelnde Schönheit. Das Wasser war klar und frisch. Auf dem Boden konnten sie algenbesetzte Steine und kleine Fische erkennen, die sich unnachgiebig gegen den Strom warfen.

Ruhr wagte als erste ihren Rüssel in das Wasser zu tauchen und begann zu trinken. Ein himmlischer Geschmack, der Erinnerungen in ihr wachrief. Erinnerungen an eine Zeit, bevor die Peiniger sie eingesperrt hatten. Sie schüttelte den Kopf und vertrieb die unliebsamen Gedanken. Spielerisch nahm sie Wasser mit dem Rüssel auf und spritze Eow und Kuruk nass. Sie schüttelten sich und freuten sich über die glitzernden Wasserperlen, die durch die Luft flogen. Dann tranken sie ebenfalls. Ihre Augen leuchteten, als das kühle Nass ihre Kehlen hinunterglitt. Was konnte man sich mehr wünschen?

Mit wiedergewonnener Lebensfreude tobten, stampften und stürmten sie durch das Wasser.

Nach einiger Zeit waren sie erschöpft. Kuruk machte es sich auf einem Fleckchen Erde gemütlich, zog die Beine unter sich und begann zu dösen. Eow machte sich über das saftige Gras her. Sie konnte nicht genug davon bekommen und rupfte Büschel um Büschel. Ruhr, in der Zwischenzeit, hatte sich zu einem dicken Baum in der Nähe begeben und schubberte sich genüsslich an ihm. Befriedigt nahm sie die wunderbar warme Sonne auf ihrem Rücken wahr und lauschte dem seichten Wind. Müde blickte sie zu Eow, die ebenfalls zufrieden begonnen hatte zu dösen. Ruhr nickte ein.

 

Eine Hühnerfarm, ein Mastbetrieb, ein Zirkus

Das Licht ging surrend an und Kuruk schreckte aus ihrem Schlaf. Sie war kurz irritiert und versuchte aufzustehen. Ihre Beine ließen sie im Stich und ein fürchterlicher Schmerz lähmte ihre Flügel. Erschrocken begann sie heiser zu gackern. Sie hörte die Peiniger kommen. Sie sammelten die Eier ein.

Mit einem Schlag wusste sie wieder, wo sie war. Sie hatte nur geträumt. Dieser wundervolle Ort war nichts als ein Hirngespinst gewesen, ein letzter Zufluchtsort. So ein Ort konnte nicht in der wirklichen Welt existieren. Kuruk fühlte sich unendlich schwach. Sie hatte keine Kraft mehr und war so fürchterlich müde. Erschöpft bemühte sie sich, ihren Kopf zurück unter den nackten Flügel zu schieben. Die kalten Gitterstäbe unter sich, spürte sie nicht einmal mehr.

Der Laster bremste ruckartig. Eow öffnete erschrocken die Augen und muhte verwirrt. Sie stand Körper an Körper mit ihren Herdenmitgliedern, die von dem plötzlichen Stopp ebenfalls in Aufregung versetzt wurden. Eow wusste sofort wieder, wo sie war. Der herrliche Ort war nur ein Traum gewesen, ihr letzter Zufluchtsort.

Hinter sich hörte sie lautes Poltern, als die Türen geöffnet wurden. Es wurde heller. Mit grollenden Stimmen forderten die Peiniger, dass die Kühe sich in Bewegung setzten und schlugen mit Eisenstangen gegen den Laster.

Panisch begann die Herde sich schubsend in Bewegung zu setzten und nach draußen zu drängen. Ähnlich einem Spießrutenlauf, wurden einige der Kühe von den Eisenstangen der Peiniger getroffen und brachen schreiend zusammen. Eow entkam der Wut dieses Mal. Als sie aus dem Laster heraus trat, schlug ihr sofort der bestialische Gestank in die Nüstern. Es roch nach Angst, Fäkalien und Blut. Je näher sie dem Gebäude vor sich kamen, um so schlimmer wurde der Gestank. Eow konnte Schreie hören. Es waren Todesschreie. Eow wusste nun, dass hier alles enden würde. Traurig dachte sie an das bewegungslose Baby in ihrem Bauch. Gut, dass es nie geboren worden war.

Ruhr wurde unsanft von dem morgendlichen Gebrüll vor ihrem Zelt geweckt. Wie jeden Morgen, seit nunmehr 15 Jahren. Der Peiniger würde ihr gleich muffiges Heu und fauliges Wasser zum Frühstück bringen. Sie wünschte sich zurück in den wunderbaren Traum, ihrem letzten Zufluchtsort. Ihr Ohr schmerzte. Die Wunde hatte sich entzündet. Auch ihre Beine spürte sie kaum noch. Erschöpft lag ihr ausgemergelter Körper am Boden, unfähig sich aufzurichten. Selbst wenn sie gekonnt hätte, sie wollte nicht mehr aufstehen. Sie wollte nur noch träumen. Ruhr hatte all ihre Kraft aufgebraucht, sie hatte getan was sie konnte. Es war nichts mehr übrig. Ihr Blick war glasig. Langsam fielen ihr die Augen wieder zu.

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Pt 5 – Der Umzug

Streik„Ist jemandem aufgefallen, dass ich auf einmal Treppen zum Schlafzimmer laufen muss? Das liegt daran, dass wir vor kurzem umgezogen sind. Und glaubt nicht, dass wäre ein leichtes Unterfangen gewesen. Der Stress und die Aufregung haben mir gar nicht gefallen. Ich verstehe auch nicht, wozu das notwendig gewesen sein sollte. Ich habe mich sehr wohl und geborgen gefühlt in unserer alten Wohnung. Ich kannte alles, wusste wo alles ist und hatte bereits alles markiert und gekennzeichnet. Schlimm genug, wenn Mama neue Sachen angebracht hat. Und nun ein ganz neues Territorium.“

Loki blinzelte in die Sonne, die durch die Fensterscheiben fiel und zuckte mit den Öhrchen. Gähnend rollte er sich auf die Seite und legte eine Pfote über seine Augen. Er genoss die Wärme der Sonnenstrahlen auf seinem Pelz und schlummerte ein. Als er einige Stunden später munter wurde, war die Sonnen bereits weiter gewandert. Loki beschloss einen Kontrollgang durch die Wohnung zu machen. Wo war eigentlich Minni?

„Schon der erste Transport in die neue Wohnung war für mich die Hölle. Wir wurden in unsere Boxen gesperrt. Und was denken Minni und ich natürlich, wenn es in die Boxen geht? Richtig. Auf zum Tierarzt. Es hätte mir gleich verdächtig vorkommen müssen, dass da ein Leckerli in der Box lag. Aber wie könnte ich diesem Duft widerstehen? Also bin ich natürlich rein und hinter mir schnappte die Tür zu. Der Weg den wir zurücklegten war zwar nicht weit, aber deswegen nicht weniger beunruhigend. Eine laut ratternde Maschine in dem neuen Haus brachte uns schließlich nach oben, zum Ziel. Unsere Boxen wurden abgestellt und die Türen öffneten sich. Als ich vorsichtig aus der Box trat, war es sehr hell und roch fremd. Ab und zu nahm ich die Spur von bekannten Gerüchen auf. Da hatten doch Mama und der Dosenöffner unseren großen Kratzbaum und unsere Teppiche hierher verschleppt. Und wir hatten uns schon gewundert.“

Loki tapste von der Küche durch das weitläufige Wohnzimmer, vorbei an dem Hasengehege. Er blickte von den beiden Couchreihen zum Sessel und dahinter auf den großen Kratzbaum, der an der Wand lehnte. Durch die angrenzende Tür sah er Licht und hörte seine Mama an ihrem Lieblingsplatz. Sie tippte auf dem Gerät das leise Geräusche machte und leuchtete. Langsam lief er zu ihr und rieb sich an ihren Beinen. Leise maunzend blickte Loki zu ihr auf.

„Minni war von dem vielen Platz von Anfang an begeistert und rannte miauend von einer Ecke zur anderen. Mir persönlich war das nicht ganz geheuer. Ich setzte mich auf den bekannt riechenden Teppich neben Mama und schaute mich in Ruhe um. Sie gab mir Sicherheit, so dass ich mich schließlich auch gewagt habe, mich etwas umzusehen. Trotz der anfänglichen Aufregung gefiel mir ganz gut, was ich sah und roch. Es war spannend und schien mir viele Möglichkeiten zum Klettern, Toben und Verstecken zu haben. Vor allem die Treppe im Flur. Als wir später richtig eingezogen waren, konnte ich nicht genug bekommen vom rauf und runter rennen. Minni habe ich dann einfach immer vor mir her gejagt. Das riesige neue Schlafzimmer bietet viel Platz für Schläfchen und Verstecke. Das ist sehr wichtig, wenn das Saugmonster unterwegs ist oder mal wieder fremde Leute zu Besuch kommen, die ein Höllenlärm veranstalten und einen dauernd anfassen wollen.“

Loki widmete sich bereits dem Abendbrot in der Küche. Er konnte in Ruhe fressen, denn Minnis Napf stand in einem anderen Raum. Er musste sein Futter nicht mehr verteidigen. Das beruhigte ihn etwas, hielt ihn aber nicht davon ab, so viel wie möglich in sein Mäulchen zu schlingen.

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PT 4 – Wenn Menschen schlafen

Schläfchen„Erst letzte Nacht ist mir wieder aufgefallen, wie unglaublich viel und lange Mama und der Dosenöffner schlafen. Und wehe man stört sie im Schlaf. Die können echt sauer werden. Ich finde das lustig. Und ich meine, wenn ich nun mal schmusen will, sollten sich meine Menschen fügen! Ich habe lange darüber nachgedacht, warum sie so lange schlafen. Aber es ist ganz klar. Wer den ganzen Tag nur herumläuft und kein Auge zu macht, ist selber Schuld. Würden sie, wie ich, die Schläfchen wohlüberlegt über den Tag verteilen, müssten sie nachts nicht so viel schlafen.“

Es war schon eine ganze Weile dunkel. Das Abendbrot seit geraumer Zeit vorbei. Minni tobte durch die Wohnung und raunzte laut dabei. Loki schaute ihr interessiert zu, hatte aber keine Lust mitzumachen. Dann sah er wie seine Mama aufstand und leise schnaubte. Er wusste was das bedeutete. Sie würde jetzt ins Bett gehen. Erfreut stand er auf, reckte sich und folgte ihr mit erhobenem Schwanz die Treppen hinauf. Jetzt war Schmusezeit!

„Der Dosenöffner versucht häufig mir meinen Schmuseplatz streitig zu machen. Aber ich quetsche mich einfach dazwischen. Es ist nun mal absolut notwendig, so nah wie möglich an Mamas Gesicht zu liegen. So beruhigend, wenn ich ihren Atem auf meinem Pelz fühle. Dann schiebe ich meine Pfote gerne an ihren Hals oder direkt ins Gesicht. Mama mag das nicht. Das ist mir aber egal, weil es sich gut anfühlt. Wenn ich dann meinen Schnurrmotor anwerfe, entspannt sie sich auch und krault mich hinter den Ohren und bestenfalls noch am Bauch. Irgendwann schläft sie mit mir ein. Einige Stunden liegt sie ruhig, dreht sich ab und an um. Wenn ich dann munter werde, macht sich mein Bauch bemerkbar. Ich finde, es könnte viel eher Frühstück geben. Warum immer warten bis es hell ist? Meines Erachtens nach, ist das Katzenquälerei! Also fange ich beizeiten an zu Miauen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.“

Loki setzte sein Vorhaben in die Tat um. Unruhig umkreiste er das Bett und miaute lautstark. Lief raunzend die Treppe hinab und wieder hinauf. Er musste immer daran denken, dass er diese Probleme nicht hätte, würden die Menschen nachts nicht so lange schlafen. Er hatte sich bereits die Zeit mit Spielen vertrieben, aber seine Menschen schliefen immer noch. Ungeduldig leckte er sich die Pfoten und schaute immer wieder zu seiner Mama. Minni hatte sich mittlerweile zu ihm gesellt und begann ebenfalls ihre kleinen Maunzer auszustoßen.

„Wenn Mama von meinem Miauen wach wird, ist sie wirklich beängstigend. Manchmal knurrt sie so laut und tief, dass selbst ich weiß, es ist besser sich schleunigst aus dem Staub zu machen. Warum ich dennoch jeden Morgen den selben Versuch starte? Wie bereits erwähnt, muss zu den Missständen klar Stellung bezogen werden. Außerdem knurrt mein Bauch noch viel lauter als Mama. Irgendwann erbarmt sie sich, steht auf und macht Frühstück. Manchmal, so vermute ich, schmeißt sie dafür sogar extra den Dosenöffner aus dem Bett. Den kann man auch einfacher um die Pfote wickeln, drängeln und laut miauen… dann wird das schon.“

Loki senkte seinen Kopf und blickte schelmisch zu seinen Menschen auf. Das Geräusch, das immer ertönte wenn die Menschen aufwachen müssen, ertönte lautstark von der Kommode des Dosenöffners. Zeichen für ihn, dass es gleich Frühstück geben würde. Erfreut sprang er ins Bett, tapste über sie drüber und schnoberte im Gesicht seines Menschen. Minni lief aufgeregt vor dem Bett auf und ab, raunzte und beschloss schon einmal zur Küche zu gehen. Endlich war es soweit!

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Katze in Not – Was kostet der Rettungseinsatz?

Artikel Update 17.10.2016

 

Viele Katzenbesitzer sind bereits einmal durch die Hölle gegangen, wenn ihr Liebling sich selbst festgesetzt hat und nicht mehr weg kommt, angefahren wurde oder abends auf einmal Krankheitssymptome aufweist. Wenn dem Besitzer der Katze selber nicht möglich ist zu helfen, gibt es verschiedene Rettungsdienste, die man zu Hilfe rufen kann. Aber was kosten diese Einsätze?

 

Rettungseinsatz durch die Feuerwehr

Die Feuerwehr unterscheidet bei ihren Einsätzen zwei Aufgaben: Pflichtaufgaben und freiwillig übernommene Aufgaben. Pflichtaufgaben müssen von der Feuerwehr durchgeführt werden, da der Gesetzgeber dies vorschreibt. Freiwillig übernommene Aufgaben, sind Ermessensfragen und können, in diesem Fall den Katzenbesitzer, teuer zu stehen kommen.

Ob und wie viel der Rettungseinsatz kostet, ist bundeslandabhängig. Einige Bundesländer regeln die Tierrettung über den Steuerzahler, mit den Kommunaletats. Außerdem müssen in einigen Bundesländern weitere Voraussetzungen gegeben sein, damit die Tierrettung eine Pflichtaufgabe ist.

Bundesländer, in denen die Rettung von Tieren den Besitzer nichts kosten, sind:

  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Sachsen (mit Einschränkung, das Tier muss verletzt sein)

Die Tierrettung ist in fast allen Bundesländern Pflicht, mit Ausnahme von: Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Die Kosten richten sich hierbei nach Aufwand und Fahrzeugen. Je nach Bundesland, kann der Einsatz eines Fahrzeuges, für z. B. die Rettung der Katze auf dem Baum, ca. zwischen 100,00 € – 300,00 €/Stunde kosten.

Am besten ist es jedoch, sich vorab bei seiner zuständigen Feuerwehrstelle zu erkundigen. Sicher ist sicher.

 

Rettungseinsatz durch den Tiernotdienst

Edit: Die bundesweite Notfallnummer des UNA Union für das Leben e. V.: 0700 952 952 95 vermittelt verfügbare Rettungskräfte in der Nähe. Die Tierrettungsleitstelle koordiniert die notwendige Hilfe. Dafür verfügt sie über Kontakte sowohl für Tierkrankentransporte als auch Tiernotärzte.

Ein großer Vorteil. Denn Tierrettung ist nicht gleich Tierrettung. Wer schon einmal in so einer Situation war, weiß das. Eine Nummer für Wildtiere, eine Nummer, nur für angefahrene Tiere, eine Nummer, die keine Hausbesuche macht und so weiter. Am besten findet man im Internet Hilfe mit den Schlagworten: mobiler Tiernotdienst + (Name der Stadt).

Notrufdienste kosten um einiges mehr, als der reguläre Tierarztbesuch. Anfahrtskosten und Aufwand werden mitberechnet. Die BTK (Bundestierärztekammer e.V.) hat ein Merkblatt mit einer Übersicht für die regulären Kosten, die Tierärzte berechnen können, veröffentlicht. Diese sind von ein- bis dreifach gegliedert. Wobei dem Tierarzt selbst obliegt, was er im Endeffekt berechnet. Jedoch darf er niemals mehr oder weniger berechnen. Das Merkblatt findest du hier.

Anmerkung: Seit Anfang 2014 hat der Tierschutz Noris e.V. eine landesweit einheitliche Tierschutz-Notfallnummer  übernommen, die an entsprechende Stellen respektive Bündnispartner weiterleitet: 0700 58 58 58 10. Diese Nummer dient vorrangig der Meldung von tierschutzwidrigem Verhalten.

 

Fazit

Auch wenn es nicht einfach erscheint Hilfe zu erhalten und es im schlimmsten Fall noch einiges kostet, liegt Tierschutz und Tierrettung in Deutschland weltweit sehr weit vorne.

Das wir bereit sind für unsere Lieblinge alles zu geben, wird gerne ausgenutzt. Also solltest du auch bei Hilferufen aufpassen, dass du nicht über das Ohr gehauen wirst. Bestenfalls informierst du dich vorab bei deinem lokalen Tierheim oder Tierschutzverein nach passenden Telefonnummern, die du dann im Fall des Falles parat hast.

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Lass die Katze aus dem Sack!

Eine Redewendung, die jedem bekannt ist. Sie bedeutet so viel wie: „Nun sag‘ schon die Wahrheit!“ Oder auch der Ausspruch: „Ich kauf‘ doch nicht die Katze im Sack!“ Womit angedeutet wird, dass man nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Aber woher stammt diese Formulierung und wer hat sie geprägt?

Unvorstellbar…

… aber wahr. Im frühen Mittelalter waren Katzen nichts wert. Als effektive Schädlingsbekämpfer wurden sie geschätzt, nicht aber als Braten zu Kartoffeln. Und einen zukünftigen Braten auf dem Markt zu kaufen, war eine kostspielige Angelegenheit. Wer sich ein Ferkel oder Hasen leisten konnte, zahlte schon mal 2 Silberstücke.

Die Tiere wurden damals in Säcken auf den Märkten angepriesen. Die Chance für Betrüger! Hasen oder Schweine zu fangen oder zu züchten, bedeutete Arbeit, Zeit und Kosten. Katzen allerdings gab es viele und sie liefen frei herum. Der Körperform ähnlich wie Kaninchen oder Ferkel, konnte man sie leicht als solche verkaufen. Wollte der potenzielle Käufer das Tier begutachten, sagte der Betrüger einfach, das Tier wäre zu lebhaft. Daher sollte der Sack lieber geschlossen bleiben.

 

 

Der Käufer kaufte die Katze im Sack.

 

 

 

Da solcherlei Betrügereien offenbar häufig vorkamen, entstand dieses Sprichwort, das bis heute noch gebräuchlich ist.

Die nackten Tatsachen

Erstmals wurde eine ähnliche Redewendung im 13. Jahrhundert von dem Dichter „Stricker“ in seinen Schwänken verwendet. Er nutzt die Wendung: „…etwas im Sack kaufen.“ Schließlich wurde der Wendung sogar ein eigener Schwank gewidmet. Nämlich in einem Streich des berühmten Till Eulenspiegel. Dieser näht eine Katze in ein Hasenfell und verkauft sie als Fastnachtsbraten.
Mit dem tatsächlichen Wortlaut wird das Sprichwort erstmals in den gesammelten Werken von Franz Heinrich Birnstiel schriftlich festgehalten und bringt es zur Berühmtheit: „Jedoch wozu soll all das Predigen, heraus mit der Katze aus dem Sack, werden Sie sagen, um auch sehen, prüfen, und urtheilen zu können.“

Fazit
Interessant, wie manche Aussprüche es zur zeitüberdauernden Bekanntheit schaffen. Da fragt man sich doch, ob in 200 Jahren z. B. die Teenager noch sagen werden: „Is‘ ja krass, Alter“ oder „Rück‘ mir nich‘ auf die Pelle, man.“ Vor 200 Jahren war die Bedeutung sicherlich keinem so ganz klar.

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Pt 3 – Eine neue Mitbewohnerin

„Die Zeit war schnell vorbei. So kommt Loki und Minnies mir zumindest im Nachhinein vor. Alleine mit meinen Menschen war schön gewesen, denn ich war der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nach ungefähr einem Jahr allerdings, sollte unsere gemütliche Fünfsamkeit (ich bin so nett und zähle die Hoppler mit) zu Ende sein. Mama und der Dosenöffner brachten in einer Box eine Neue an. Eigentlich hab ich mich zu Beginn ganz ehrlich gefreut. Endlich jemand, mit dem ich mich verständigen kann und der auch direkt versteht, was ich meine. Jemand zum spielen und toben, putzen und gemeinsam Schläfchen machen. So hatte ich mir das damals vorgestellt.“

Loki öffnete seine Augen halb, dass sie aussahen wie kleine funkelnde Schlitze. Sein Blick fiel direkt auf Minni und er schnaubte leise. Er entschied, dass sie wohl jetzt keine Lust hatte zu toben und vergrub sein Köpfchen wieder zwischen den Tatzen. Seine Ohren zuckten leicht, als sie kurz gähnte und sich dann noch weiter zusammenrollte. Sie sah aus wie eine kleine schwarze Fellkugel, die sich auf der dunklen Stoffoberfläche der Couch tarnte und kaum auszumachen war.

„Nachdem sie sich umgeschaut hatte, durfte ich sie begrüßen. Ich kann mir vorstellen, dass ein herzlicher Empfang etwas anderes ist. Sie war ziemlich hochnäsig und nicht sehr freundlich. Sie wollte nicht mit mir spielen und entzog sich schnell meinen Versuchen sie zärtlich zu stupsen oder zu putzen. Stattdessen tat sie alles um sich bei meinen Menschen beliebt zu machen. Sie hat eine sehr ausgeprägte Vorliebe dafür, sich auf den Schoß der Menschen zu quetschen, egal wie winzig der Platz darauf sein mag. Für mich ist das nichts. Ich lege mich lieber so vollständig wie nur möglich auf meine Mama. Ist auch viel gemütlicher. Sie war sehr zurückhaltend, zumindest wenn Mama oder der Dosenöffner in der Nähe waren. Sie lachte mich aus, wenn ich wieder mal Ärger bekam und wusste immer wie sie dem Ärger entging. Nein, ich kann sagen, dass wir uns nicht leiden konnten und das obwohl ich mir einen Spielgefährten gewünscht habe.“

Minni hatte ihre „5 Minuten“ und begann maunzend durch die Wohnung zu rasen. Erfreut stand Loki ebenfalls auf und jagte sie vom Wohnzimmer über die Couch, ins Schlafzimmer über das Bett und wieder zurück. Erschöpft flüchtete Minni sich auf das Fensterbrett und fauchte Loki kurz an. Sie hatte genug. Loki miaute kurz. Er wusste mit Minni war nun nichts mehr los. Also trottete er in den Flur und nahm seine Lieblingsschnur in den Mund. Raunzend lief er zu seiner Mama und legte sie ihr vor die Füße. Sollte sie nun mit ihm weiter spielen.

„Eines Abends erzählte mir Minni was sie durchgemacht hatte, bevor sie zu uns kam. Sie kam von einem Ort, indem sehr viele Katzen wie sie zusammen lebten. „Wie sie“ bedeutete, dass sie von ihrem ehemaligen zu Hause dort hin gelangt waren oder abgegeben worden sind. Sie berichtete, dass sie in diesem Katzenhaus eine Weile zugebracht hatte, bevor sie zu Menschen gelangte, die ähnlich wie Mama gerochen hatte. Doch dort war sie nicht lange und kam zu einem Mensch, der ebenfalls ähnlich wie Mama roch und auch ab und an zu Besuch bei ihren Adoptiveltern war. Und von diesem Mensch wiederum wurde sie dann schließlich von meinen Menschen abgeholt und zu uns nach Hause gebracht. Ich konnte mir nicht richtig vorstellen wie das für sie war. So lange ich mich zurückerinnern kann, waren da immer Mama und der Dosenöffner in unserem zu Hause. Dann verstand ich. Sie war misstrauisch und unsicher. Sie dachte, wenn sie nur lieb und süß genug für die Menschen war, würden sie sie nicht erneut weggeben.“

Lokis Aufmerksamkeit schwand und er verfiel in eine miauende Kakophonie. Abendbrotzeit!

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Warum heißt die Katze Katze?

„Über Tiernamen machen wir uns im allgemeinen keine Gedanken, doch wenn wir bis zu ihren Wurzeln zurückgehen, erfahren wir häufig auch etwas über den Ursprung der Tiere selbst.“

Recherchiert man etwas über die Namensherkunft „Katze“ stößt man auf einen interessanten Sachverhalt. In unglaublich vielen Sprachen klingt der Begriff Katze ähnlich oder ist identisch.

„Die Bezeichnung „Katze“ findet sich in fast allen europäischen Sprachen mit leichten Abwandlungen: Im Englischen heißt es cat, im Französischen chat, im Italienischen gatto, im Spanischen gato, im Schwedischen katt, im Norwegischen katt, im Dänischen kat, im Isländischen kottur, im Polnischen kot, im Jiddischen kats, im Griechischen gata, im Maltesischen quattus.“

Dieses Spiel kann man tatsächlich noch viel weiter treiben. Die Namensähnlichkeiten lassen sich auch über den europäischen Raum hinaus verfolgen: Im Arabischen heißt es qat, im Haitianischen cat, in Maori cat, selbst in der toten Sprache Latein heißt es cat. Und so weiter.

Die Frühgeschichte des Menschen ist auch die Frühgeschichte der Katzen

Die Frage, warum die Katze Katze heißt, ist also auch eine Frage der Domestizierung der Katze. Nachweislich haben bereits die Jungsteinzeitmenschen Tiere domestiziert bzw. ihren Nutzen aus den Tieren gezogen. Mit Beginn der Sesshaftigkeit taten sich Probleme auf, die die besondere Geschicklichkeit anderer Jäger erforderte. Bei den Menschen gab es also leicht Futter zu erbeuten, wie Mäuse in den Kornspeichern, was die Katzen anlockte. Und der Mensch profitierte im Gegenzug von dem natürlichen Schädlingsbekämpfer. Gleiche Interessen sorgten also für Bündnisse.

„Dieser Tiername ist sehr alt und hat sich von einem Punkt aus über die ganze Welt verbreitet. Dieser Ausgangspunkt ist vermutlich das Arabische, denn die älteste Verwendung dieses Namens – quattah – wurde in Nordafrika nachgewiesen. Auch die Berberstämme kennen ein Wort für Katze.“

Es gibt einige historische Funde, die gegen die Erstdomestizierung der Katze durch die Ägypter spricht. Das bedeutet, Funde, die wesentlich älter als „nur“ 3000 Jahre sind. Die Namensherkunft ist dafür ein weiteres Indiz, denn die Sprachentwicklung hat nicht erst mit den Ägyptern begonnen, sondern noch viel früher. Mehr zu diesem Thema findet ihr auch auf www.welt-der-katze.de .

Kitty-Cat und Pussykätzchen

„In Ägypten müssen wir auch die Erklärung für die Bezeichnung Pussykätzchen suchen. Pussy ist eine Variante des Namens der ägyptischen Katzengöttin Pascht oder Bastet. Auf eine enge Verbindung der Katze zu dieser Region der Erde verweist auch der Ursprung der Bezeichnung Tabby aus dem Türkischen utabi. Und der Name für Katzen im Türkischen ist kedi, von dem wohl der englische Kosename kitty für die Katze abgeleitet ist.“

Die sogenannten klassischen Katzennamen Kitty, Pussy und Muschi lassen sich sprachgeschichtlich zurück verfolgen und bedeuten im Endeffekt Katze bzw. Kätzchen.

Da der Katze immer ein Hauch von eleganter Verruchtheit nachhängt, wurde dies sprachlich schon im Mittelalter auf das leichte Gewerbe bzw. die entsprechenden Damen übertragen. So ist zum Beispiel das Wort Musch oder Musche für „leichtes Mädchen“ oder „Hure“ aus dem 13. Jahrhundert in deutschen Dialekten zu finden. Ähnliches gilt für das englische Wort puss bzw. später pussy, die Bezeichnung für eine durchtriebene, aber attraktive Frau.

Auch interessant, aber eine Vermutung: Französische Konkubinen trugen gerne die sogenannten Schönheitspflaster. Diese heißen auf Französisch mouche. Da Geliebte immer mit Kosenamen tituliert wurden, entstand das Wort mouchette. Der sehr ähnliche Wortklang lässt leicht vermuten, dass das deutsche Wort Muschi hiervon abstammt.

Wer die Kosenamen noch genauer erörtern möchte, kann sich gerne unter folgendem Link ausführlicher informieren: www.scilogs.de .

 

(Quelle, Zitate: „Catwatching“ von Desmond Morris)

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Meine Katze schlingt – psychische Aspekte

In einem Katzenhaushalt kommt es häufig vor, dass eine Katze unter chronischem „Futtermangel“ leidet. Jeder gefüllte Napf könnte der letzte gewesen sein – so glaubt sie. Was steckt hinter dem Katzenglauben der Futter-Apokalypse und was kann man dagegen tun?

Kater Loki gehört leider auch zu jenen, die an die Futter-Apokalypse glauben. Egal ob es Feuchtfutter oder Trockenfutter ist. Alles verschwindet sofort in seinem Schlund. Dementsprechend habe ich bereits mehrere Tricks und Kniffe ausprobiert, um ihm das Schlingen abzugewöhnen.

Wie viele Katzen gewähren dir Untermiete?

Seltener kommt es vor, dass Einzelkatzen Schlinger sind. Häufig dagegen in einem Mehrfamilienhaushalt. Sind gesundheitliche Gründe auszuschließen, liegt die Ursache dafür zumeist auf der Hand: Futterneid. Schuld daran muss aber nicht zwangsläufig die Katze selber sein. Wie bei vielen „Problemtieren“ liegt die Ursache für das Verhalten eher beim Besitzer.

Hat man nur eine Katze, muss die nun wirklich nicht fürchten, dass du dich über ihr Futter hermachst. Sobald aber mindestens eine Zweite dazu kommt, ist diese Fresskonkurrenz. Schon zu Beginn kommt es auf dich an, wie der neue Mitbewohner integriert wird und wie die Mahlzeiten gestaltet werden. Gibt es Stress und du ergreifst Partei, ist das Unglück bereits besiegelt. Die verscheuchte Katze ist der Buhmann und wird weiterhin als solcher behandelt. Der Versuch des Futterdiebstahls vom Fremdnapf sollte von dir aus diesem Grund besser aus der Ferne geahndet werden. Das kann etwa ein nerviges Geräusch sein oder der berühmte Zerstäuber.

Leichte Beute ohne große Anstrengung

Was hindert die Katzen daran, das Futter schnell herunterzuschlingen und sich nach mehr umzusehen? Eigentlich nichts. Der Napf steht bereit, nichts muss gejagt und zerlegt werden. Sehr praktisch. Eine bessere Möglichkeit: Lass die Katze für ihr Futter arbeiten. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Der Handel bietet einige Denkspiele an, bei der die Katze austüfteln muss, wie sie nun am besten an das Futter kommt. Alternativ kann man sich auch selber ein individuelles Spiel (z. B. Hütchenspiel) ausdenken oder basteln.

Meine Miezen nutzen ein *Denkspiel und ein umfunktioniertes *Beutespiel.

Zum mangelnden Denken kommt noch die Langeweile. Genau wie bei Menschen kann eine Katze Frustfresser sein. Gibt es den ganzen Tag nichts zu tun, tritt Frust ein. Das einzige Highlight des Tages sind die Mahlzeiten? Dann werden diese auch als solche zelebriert. Gerade bei Wohnungskatzen ist Beschäftigung wichtig. Ob das nun im Spiel mit dem geliebten Mensch ist oder man abwechslungsreiche „Spielarenen“ aufbaut, ist egal. Hauptsache die Neugier wird geweckt.

Das Wasserschlingen

Von manchen Katzen wird nicht nur das Futter, sondern auch das Wasser geschlungen. Das äußerst sich durch hektisches Saufen, wodurch die Katze sich verschluckt oder würgt und einen Blähbauch bekommt. Sind auch hier die physischen Gründe (z. B. Fieber) ausgeschlossen, ist das mutmaßlich der Gier zuzuschreiben – schnell fertig werden. Das die Gesundheit auch hier leidet, ist klar. Ich wende dabei einen einfachen Ablenkungstrick an: mal kurz mit den Fingern schnipsen. Das funktioniert bei Loki sehr gut. Er schaut kurz auf und trinkt dann weiter. Noch simpler, aber wahr: beruhigend reden.

Bei allem gilt: probieren geht über studieren!

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