Pt 5 – Der Umzug

Streik„Ist jemandem aufgefallen, dass ich auf einmal Treppen zum Schlafzimmer laufen muss? Das liegt daran, dass wir vor kurzem umgezogen sind. Und glaubt nicht, dass wäre ein leichtes Unterfangen gewesen. Der Stress und die Aufregung haben mir gar nicht gefallen. Ich verstehe auch nicht, wozu das notwendig gewesen sein sollte. Ich habe mich sehr wohl und geborgen gefühlt in unserer alten Wohnung. Ich kannte alles, wusste wo alles ist und hatte bereits alles markiert und gekennzeichnet. Schlimm genug, wenn Mama neue Sachen angebracht hat. Und nun ein ganz neues Territorium.“

Loki blinzelte in die Sonne, die durch die Fensterscheiben fiel und zuckte mit den Öhrchen. Gähnend rollte er sich auf die Seite und legte eine Pfote über seine Augen. Er genoss die Wärme der Sonnenstrahlen auf seinem Pelz und schlummerte ein. Als er einige Stunden später munter wurde, war die Sonnen bereits weiter gewandert. Loki beschloss einen Kontrollgang durch die Wohnung zu machen. Wo war eigentlich Minni?

„Schon der erste Transport in die neue Wohnung war für mich die Hölle. Wir wurden in unsere Boxen gesperrt. Und was denken Minni und ich natürlich, wenn es in die Boxen geht? Richtig. Auf zum Tierarzt. Es hätte mir gleich verdächtig vorkommen müssen, dass da ein Leckerli in der Box lag. Aber wie könnte ich diesem Duft widerstehen? Also bin ich natürlich rein und hinter mir schnappte die Tür zu. Der Weg den wir zurücklegten war zwar nicht weit, aber deswegen nicht weniger beunruhigend. Eine laut ratternde Maschine in dem neuen Haus brachte uns schließlich nach oben, zum Ziel. Unsere Boxen wurden abgestellt und die Türen öffneten sich. Als ich vorsichtig aus der Box trat, war es sehr hell und roch fremd. Ab und zu nahm ich die Spur von bekannten Gerüchen auf. Da hatten doch Mama und der Dosenöffner unseren großen Kratzbaum und unsere Teppiche hierher verschleppt. Und wir hatten uns schon gewundert.“

Loki tapste von der Küche durch das weitläufige Wohnzimmer, vorbei an dem Hasengehege. Er blickte von den beiden Couchreihen zum Sessel und dahinter auf den großen Kratzbaum, der an der Wand lehnte. Durch die angrenzende Tür sah er Licht und hörte seine Mama an ihrem Lieblingsplatz. Sie tippte auf dem Gerät das leise Geräusche machte und leuchtete. Langsam lief er zu ihr und rieb sich an ihren Beinen. Leise maunzend blickte Loki zu ihr auf.

„Minni war von dem vielen Platz von Anfang an begeistert und rannte miauend von einer Ecke zur anderen. Mir persönlich war das nicht ganz geheuer. Ich setzte mich auf den bekannt riechenden Teppich neben Mama und schaute mich in Ruhe um. Sie gab mir Sicherheit, so dass ich mich schließlich auch gewagt habe, mich etwas umzusehen. Trotz der anfänglichen Aufregung gefiel mir ganz gut, was ich sah und roch. Es war spannend und schien mir viele Möglichkeiten zum Klettern, Toben und Verstecken zu haben. Vor allem die Treppe im Flur. Als wir später richtig eingezogen waren, konnte ich nicht genug bekommen vom rauf und runter rennen. Minni habe ich dann einfach immer vor mir her gejagt. Das riesige neue Schlafzimmer bietet viel Platz für Schläfchen und Verstecke. Das ist sehr wichtig, wenn das Saugmonster unterwegs ist oder mal wieder fremde Leute zu Besuch kommen, die ein Höllenlärm veranstalten und einen dauernd anfassen wollen.“

Loki widmete sich bereits dem Abendbrot in der Küche. Er konnte in Ruhe fressen, denn Minnis Napf stand in einem anderen Raum. Er musste sein Futter nicht mehr verteidigen. Das beruhigte ihn etwas, hielt ihn aber nicht davon ab, so viel wie möglich in sein Mäulchen zu schlingen.

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PT 4 – Wenn Menschen schlafen

Schläfchen„Erst letzte Nacht ist mir wieder aufgefallen, wie unglaublich viel und lange Mama und der Dosenöffner schlafen. Und wehe man stört sie im Schlaf. Die können echt sauer werden. Ich finde das lustig. Und ich meine, wenn ich nun mal schmusen will, sollten sich meine Menschen fügen! Ich habe lange darüber nachgedacht, warum sie so lange schlafen. Aber es ist ganz klar. Wer den ganzen Tag nur herumläuft und kein Auge zu macht, ist selber Schuld. Würden sie, wie ich, die Schläfchen wohlüberlegt über den Tag verteilen, müssten sie nachts nicht so viel schlafen.“

Es war schon eine ganze Weile dunkel. Das Abendbrot seit geraumer Zeit vorbei. Minni tobte durch die Wohnung und raunzte laut dabei. Loki schaute ihr interessiert zu, hatte aber keine Lust mitzumachen. Dann sah er wie seine Mama aufstand und leise schnaubte. Er wusste was das bedeutete. Sie würde jetzt ins Bett gehen. Erfreut stand er auf, reckte sich und folgte ihr mit erhobenem Schwanz die Treppen hinauf. Jetzt war Schmusezeit!

„Der Dosenöffner versucht häufig mir meinen Schmuseplatz streitig zu machen. Aber ich quetsche mich einfach dazwischen. Es ist nun mal absolut notwendig, so nah wie möglich an Mamas Gesicht zu liegen. So beruhigend, wenn ich ihren Atem auf meinem Pelz fühle. Dann schiebe ich meine Pfote gerne an ihren Hals oder direkt ins Gesicht. Mama mag das nicht. Das ist mir aber egal, weil es sich gut anfühlt. Wenn ich dann meinen Schnurrmotor anwerfe, entspannt sie sich auch und krault mich hinter den Ohren und bestenfalls noch am Bauch. Irgendwann schläft sie mit mir ein. Einige Stunden liegt sie ruhig, dreht sich ab und an um. Wenn ich dann munter werde, macht sich mein Bauch bemerkbar. Ich finde, es könnte viel eher Frühstück geben. Warum immer warten bis es hell ist? Meines Erachtens nach, ist das Katzenquälerei! Also fange ich beizeiten an zu Miauen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.“

Loki setzte sein Vorhaben in die Tat um. Unruhig umkreiste er das Bett und miaute lautstark. Lief raunzend die Treppe hinab und wieder hinauf. Er musste immer daran denken, dass er diese Probleme nicht hätte, würden die Menschen nachts nicht so lange schlafen. Er hatte sich bereits die Zeit mit Spielen vertrieben, aber seine Menschen schliefen immer noch. Ungeduldig leckte er sich die Pfoten und schaute immer wieder zu seiner Mama. Minni hatte sich mittlerweile zu ihm gesellt und begann ebenfalls ihre kleinen Maunzer auszustoßen.

„Wenn Mama von meinem Miauen wach wird, ist sie wirklich beängstigend. Manchmal knurrt sie so laut und tief, dass selbst ich weiß, es ist besser sich schleunigst aus dem Staub zu machen. Warum ich dennoch jeden Morgen den selben Versuch starte? Wie bereits erwähnt, muss zu den Missständen klar Stellung bezogen werden. Außerdem knurrt mein Bauch noch viel lauter als Mama. Irgendwann erbarmt sie sich, steht auf und macht Frühstück. Manchmal, so vermute ich, schmeißt sie dafür sogar extra den Dosenöffner aus dem Bett. Den kann man auch einfacher um die Pfote wickeln, drängeln und laut miauen… dann wird das schon.“

Loki senkte seinen Kopf und blickte schelmisch zu seinen Menschen auf. Das Geräusch, das immer ertönte wenn die Menschen aufwachen müssen, ertönte lautstark von der Kommode des Dosenöffners. Zeichen für ihn, dass es gleich Frühstück geben würde. Erfreut sprang er ins Bett, tapste über sie drüber und schnoberte im Gesicht seines Menschen. Minni lief aufgeregt vor dem Bett auf und ab, raunzte und beschloss schon einmal zur Küche zu gehen. Endlich war es soweit!

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Pt 3 – Eine neue Mitbewohnerin

„Die Zeit war schnell vorbei. So kommt Loki und Minnies mir zumindest im Nachhinein vor. Alleine mit meinen Menschen war schön gewesen, denn ich war der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nach ungefähr einem Jahr allerdings, sollte unsere gemütliche Fünfsamkeit (ich bin so nett und zähle die Hoppler mit) zu Ende sein. Mama und der Dosenöffner brachten in einer Box eine Neue an. Eigentlich hab ich mich zu Beginn ganz ehrlich gefreut. Endlich jemand, mit dem ich mich verständigen kann und der auch direkt versteht, was ich meine. Jemand zum spielen und toben, putzen und gemeinsam Schläfchen machen. So hatte ich mir das damals vorgestellt.“

Loki öffnete seine Augen halb, dass sie aussahen wie kleine funkelnde Schlitze. Sein Blick fiel direkt auf Minni und er schnaubte leise. Er entschied, dass sie wohl jetzt keine Lust hatte zu toben und vergrub sein Köpfchen wieder zwischen den Tatzen. Seine Ohren zuckten leicht, als sie kurz gähnte und sich dann noch weiter zusammenrollte. Sie sah aus wie eine kleine schwarze Fellkugel, die sich auf der dunklen Stoffoberfläche der Couch tarnte und kaum auszumachen war.

„Nachdem sie sich umgeschaut hatte, durfte ich sie begrüßen. Ich kann mir vorstellen, dass ein herzlicher Empfang etwas anderes ist. Sie war ziemlich hochnäsig und nicht sehr freundlich. Sie wollte nicht mit mir spielen und entzog sich schnell meinen Versuchen sie zärtlich zu stupsen oder zu putzen. Stattdessen tat sie alles um sich bei meinen Menschen beliebt zu machen. Sie hat eine sehr ausgeprägte Vorliebe dafür, sich auf den Schoß der Menschen zu quetschen, egal wie winzig der Platz darauf sein mag. Für mich ist das nichts. Ich lege mich lieber so vollständig wie nur möglich auf meine Mama. Ist auch viel gemütlicher. Sie war sehr zurückhaltend, zumindest wenn Mama oder der Dosenöffner in der Nähe waren. Sie lachte mich aus, wenn ich wieder mal Ärger bekam und wusste immer wie sie dem Ärger entging. Nein, ich kann sagen, dass wir uns nicht leiden konnten und das obwohl ich mir einen Spielgefährten gewünscht habe.“

Minni hatte ihre „5 Minuten“ und begann maunzend durch die Wohnung zu rasen. Erfreut stand Loki ebenfalls auf und jagte sie vom Wohnzimmer über die Couch, ins Schlafzimmer über das Bett und wieder zurück. Erschöpft flüchtete Minni sich auf das Fensterbrett und fauchte Loki kurz an. Sie hatte genug. Loki miaute kurz. Er wusste mit Minni war nun nichts mehr los. Also trottete er in den Flur und nahm seine Lieblingsschnur in den Mund. Raunzend lief er zu seiner Mama und legte sie ihr vor die Füße. Sollte sie nun mit ihm weiter spielen.

„Eines Abends erzählte mir Minni was sie durchgemacht hatte, bevor sie zu uns kam. Sie kam von einem Ort, indem sehr viele Katzen wie sie zusammen lebten. „Wie sie“ bedeutete, dass sie von ihrem ehemaligen zu Hause dort hin gelangt waren oder abgegeben worden sind. Sie berichtete, dass sie in diesem Katzenhaus eine Weile zugebracht hatte, bevor sie zu Menschen gelangte, die ähnlich wie Mama gerochen hatte. Doch dort war sie nicht lange und kam zu einem Mensch, der ebenfalls ähnlich wie Mama roch und auch ab und an zu Besuch bei ihren Adoptiveltern war. Und von diesem Mensch wiederum wurde sie dann schließlich von meinen Menschen abgeholt und zu uns nach Hause gebracht. Ich konnte mir nicht richtig vorstellen wie das für sie war. So lange ich mich zurückerinnern kann, waren da immer Mama und der Dosenöffner in unserem zu Hause. Dann verstand ich. Sie war misstrauisch und unsicher. Sie dachte, wenn sie nur lieb und süß genug für die Menschen war, würden sie sie nicht erneut weggeben.“

Lokis Aufmerksamkeit schwand und er verfiel in eine miauende Kakophonie. Abendbrotzeit!

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Pt 2 – Nicht jeder Anfang ist perfekt

Plüsch„Mein Territorium habe ich damals sehr schnell in Beschlag genommen. Übrigens wusste ich dann auch, wonach es zu Beginn in der Box gerochen hatte. Es sind keine richtigen Katzen, wie ich. Benehmen sich aber ähnlich. Sie laufen sehr viel und springen, wenn sie spielen und sich freuen. Zu Beginn fand ich: Gruselige Kerlchen! Sie kamen mir riesig vor und kannten keinerlei Angst vor mir. Als ob sie das Sagen im Haus hätten. Unverschämtheit, wenn ich jetzt so darüber nachdenke.“

Loki beschloss einen Kontrollgang zum Hasenkäfig zu machen und trottete gemächlich vom Wohnzimmer ins Spielzimmer. Unterwegs entdeckte er Flusen, die seine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Er schnüffelte, ob sie essbar wären, tätzelte sie dann aber enttäuscht weg. Er setzte sich, schaute die Wand hinauf und überlegte wo er hin wollte.

„Am Nachmittag herrschte dann auf einmal Aufregung. Die Luft im Zimmer war regelrecht elektrisiert, als Mama mir das Fell streichelte – nicht so sanft wie vorher. Sie rief nach dem Dosenöffner und lief wie verrückt hin und her. Fand ich erst sehr lustig. Sie brabbelte dabei unverständliches Zeug, wie alle Menschen. Kann doch kein Kater verstehen, was die reden. Auf jeden Fall betraf es mich – natürlich. Aus unerfindlichen Gründen musste ich erneut in die Box, die mich damals in mein neues zu Hause gebracht hatte. Dafür hatte ich gar kein Verständnis. Es gefiel mir doch bei Mama und dem Dosenöffner. Ich wollte nicht woanders hin. Also miaute ich wieder so laut ich konnte.“

Bei dem Gedanken was dann kam graute es Loki. Er stand auf und lief ins Wohnzimmer zurück. Da saß seine Mama auf der Couch und strahlte ihm entgegen. Loki hatte das Bedürfnis sich in Sicherheit zu bringen. Also lief er mit freudig erhobenem Schwanz zu ihr, tretelte sich auf ihrem Bauch in Trance und legte sich nach einiger Zeit beruhigt hin. Genüsslich schob er seine weichen Pfötchen in ihr Gesicht und schnurrte mit geschlossenen Augen.

„Sie nannten ihn Tierarzt. Eines der Worte die man kennen muss, als Katze…. oder Hase. Erfahrungsgemäß geschieht beim Tierarzt selten etwas angenehmes. Angrabschen, zerren, spritzen, wiegen, Mäulchen auf, hin und her. Ich musste einige Untersuchungen über mich ergehen lassen. Ergebnis: Flöhe! Ziemlich unangenehme Sache. Krabbelt wie verrückt. Nur leider nicht auf die angenehme Weise. Als ob die Spritze und das Gezerre nicht schon genug gewesen wären, habe ich noch ein Band um meinen Hals bekommen. Demütigend für alle Beteiligten – fand ich. Als wir dann völlig erschöpft wieder zu Hause ankamen, ging die Gemeinheit gegen mich weiter. Als ob ich etwas dafür konnte. Ein lautes Ungetüm wurde aktiviert. Mama schien es zu führen. Sie bewegte es über den Boden, über die Couch und wo sonst noch habe ich nicht gesehen. Ich hielt es für besser zu flüchten. So etwas Lautes konnte unmöglich etwas Gutes sein. Das einzig Gute an diesem Tag des Schreckens, war dann der Abend. Es gab Futter. Ich kannte es noch nicht so gut, wie ich es jetzt kenne. Mama hat es mir anfangs immer ans Mäulchen gehalten und mir gegen die Nase gestupst. Das wiederum hatte sehr gut gerochen und noch besser geschmeckt. Jedes einzelne Lecken über meine Nase machte mich den Tag mehr und mehr vergessen. Hmmm…“

Loki raunzte, hob ruckartig seinen Kopf und schaute verschlafen zu seiner Mama auf. Er hatte ein Geräusch gehört. Blitzartig war er hellwach und schaute zum Fenster. Da hatte doch etwas gegen das Glas geschlagen. Gemächlich erhob er sich und schickte sich an, schleichend seinen gemütlichen Platz zu verlassen. Ächzend schob seine Mama ihn restlos von sich und stand auf. Unsicher blickte Loki von ihr zum Fenster und zurück. Abendbrot war eh noch nicht soweit. Gespannt stieg er also auf das Fensterbrett und starrte gebannt nach draußen.

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Pt 1 – Von der Geburt zum Anfang

Erzähl uns bitte deine Geschichte!texten-aus-leidenschaft.de

„Vier Jahre, sagte Mama vor kurzem, ist es her, da wurde ich geboren. An sehr viel erinnere ich mich nicht mehr. Es war lange dunkel. Wärme war da und ein köstlicher Geruch. Das war Milch, weiß ich heute. Voller Inbrunst habe ich schon damals kräftig getretelt,
denn ich wusste, dann bekomme ich diese Milch.
Milch – hmmm!“

Loki schloss die Augen und schwelgte in dem Gedanken an die Milch. Es war ihm für mehrere Minuten nicht möglich, seine vorherigen Überlegungen weiter zu verfolgen.

„Und das ist seit damals meine größte Leidenschaft: Futter! Ich mag feuchtes Futter mit Fisch, ich mag feuchtes Futter mit Huhn, ich mag feuchtes Futter mit Rind. Zu manchen Jahreszeiten gibt es auch feuchtes Futter mit Reh. Dann ist da manchmal Kartoffel und Möhre oder sogar Preiselbeere drin. Dann gibt es morgens immer trockenes Knabberfutter, das man sich lästigerweise erarbeiten muss. Da mag ich …“

Loki rollte seine Pfoten unter dem Bauch zusammen und schaute konzentriert aus dem Fenster, während er alle Sorten die er mochte im Kopf durchging. Langsam schob sich seine kleine rosa Zunge aus dem Mäulchen und leckte genüsslich über die Nase. Erneut war er für mehrere Minuten gedankenversunken. Bis ihm endlich einfiel worum es ursprünglich ging.

„An einem regnerischen Tag war es soweit. Ein damals Fremder kam und packte mich in eine Box in der es unbekannt roch. Das beunruhigte mich sehr. Aus voller Kehle habe ich miaut. Aber das wollte der Fremde wohl nicht verstehen. Erbarmungslos und ignorant packte er mich in eine unglaublich laute Maschine, die sich sehr schnell vorwärts bewegte. Als es dann endlich ruhiger wurde und er mich zu einem Raum brachte, den ich vorher noch nie gerochen oder gesehen hatte, sollte mein Leben richtig beginnen.
Und hier kommt der nächste wichtige Punkt in meinem Leben. Das erste was ich nach der holprigen Zeit in der Box gesehen habe, war das strahlende Gesicht meiner Mama. Weil sie so freundlich aussah, bin ich als erstes zu ihr gelaufen. Hmmm, gut gerochen hat sie und klang ganz sanft. Die streichelnden Hände auf meinem Fell haben mich sehr beruhigt und so wollte ich die Umgebung erkunden. Erstmal alles beschnüffeln, dachte ich und machte mich direkt auf den Weg. Weit bin ich nicht gekommen, denn da stand ein aufregendes Ding vor mir. Es schlängelte sich über den Boden und innen rollte eine blinkende Kugel. Spannend! Wie geht das? Was ist das? Kann ich es haben? Ich schubste es hin und her, aber es entkam mir immer wieder. Egal wie schnell ich war. Mama und Papa haben sich königlich amüsiert. Ich weiß nicht warum, aber gut für sie!
Im Anschluss dieses ereignisreichen Tages war ich sehr müde und stellte etwas hervorragendes fest. Ein riesiges kuscheliges Schlafplätzchen erwartete mich. Viel größer, als alles was ich bis dahin gesehen hatte. Mama nannte es Bett, mit Decken und Kissen. Ein ganzes Kissen für mich, ganz nah am pelzigen Kopf meiner Mama. Und in eben diesem Pelz ließ es sich ebenfalls hervorragend treteln, wie ich erfreut feststellte. Also tretelte ich mich wonnig in den Schlaf. Das einzige was merkwürdig war: Es kam, trotz meiner Bemühungen, keine Milch. Oh! Entschuldigt mich.“

Loki sprang alarmiert auf und begann zu maunzen. Aufgeregt rannte er um die Beine seiner Mama und nahm den Beobachtungsposten an der Tür ein. Bereits in einer Stunde sollte es Abendbrot geben! In Gedanken begann er alle Sorten durchzugehen, die es heute geben könnte.

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