Lass die Katze aus dem Sack!

Eine Redewendung, die jedem bekannt ist. Sie bedeutet so viel wie: „Nun sag‘ schon die Wahrheit!“ Oder auch der Ausspruch: „Ich kauf‘ doch nicht die Katze im Sack!“ Womit angedeutet wird, dass man nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Aber woher stammt diese Formulierung und wer hat sie geprägt?

Unvorstellbar…

… aber wahr. Im frühen Mittelalter waren Katzen nichts wert. Als effektive Schädlingsbekämpfer wurden sie geschätzt, nicht aber als Braten zu Kartoffeln. Und einen zukünftigen Braten auf dem Markt zu kaufen, war eine kostspielige Angelegenheit. Wer sich ein Ferkel oder Hasen leisten konnte, zahlte schon mal 2 Silberstücke.

Die Tiere wurden damals in Säcken auf den Märkten angepriesen. Die Chance für Betrüger! Hasen oder Schweine zu fangen oder zu züchten, bedeutete Arbeit, Zeit und Kosten. Katzen allerdings gab es viele und sie liefen frei herum. Der Körperform ähnlich wie Kaninchen oder Ferkel, konnte man sie leicht als solche verkaufen. Wollte der potenzielle Käufer das Tier begutachten, sagte der Betrüger einfach, das Tier wäre zu lebhaft. Daher sollte der Sack lieber geschlossen bleiben.

 

 

Der Käufer kaufte die Katze im Sack.

 

 

 

Da solcherlei Betrügereien offenbar häufig vorkamen, entstand dieses Sprichwort, das bis heute noch gebräuchlich ist.

Die nackten Tatsachen

Erstmals wurde eine ähnliche Redewendung im 13. Jahrhundert von dem Dichter „Stricker“ in seinen Schwänken verwendet. Er nutzt die Wendung: „…etwas im Sack kaufen.“ Schließlich wurde der Wendung sogar ein eigener Schwank gewidmet. Nämlich in einem Streich des berühmten Till Eulenspiegel. Dieser näht eine Katze in ein Hasenfell und verkauft sie als Fastnachtsbraten.
Mit dem tatsächlichen Wortlaut wird das Sprichwort erstmals in den gesammelten Werken von Franz Heinrich Birnstiel schriftlich festgehalten und bringt es zur Berühmtheit: „Jedoch wozu soll all das Predigen, heraus mit der Katze aus dem Sack, werden Sie sagen, um auch sehen, prüfen, und urtheilen zu können.“

Fazit
Interessant, wie manche Aussprüche es zur zeitüberdauernden Bekanntheit schaffen. Da fragt man sich doch, ob in 200 Jahren z. B. die Teenager noch sagen werden: „Is‘ ja krass, Alter“ oder „Rück‘ mir nich‘ auf die Pelle, man.“ Vor 200 Jahren war die Bedeutung sicherlich keinem so ganz klar.

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